Sulforaphan

Als ich mich das erste mal über Brokkoli erkundigte, sprang mir sofort der etwas schwierig auszusprechende Name Sulforaphan ins Auge. Ich hatte diese Bezeichnung noch nie gehört und wurde natürlich neugierig. Schon bald entdeckte ich, was dieser Stoff in sich hat und wurde ein großer Fan von Brokkoli. Obwohl die heilsame Wirkung von Kreuzblütergewächsen seid der Antike bekannt ist führen diese Superpflanzen immer noch ein Nischendasein in der deutschen Ernährung. Hier möchte ich dir näher bringen, wozu Sulforaphan für deinen Körper gut ist,

 

Wo kommt Sulforaphan vor?

In Kreuzblüter Gewächsen wie Brokkoli aber auch Rotkohl, Weißkohl, Blumenkohl, Kohlrabi, Rettich, Raps, Meerrettich, Gartenkressen, Rauke, Pak Choi usw. stecken verschiedenste Isothiocyanate. Diese enthalten Senfölglykoside, welche schwefel- und stickstoffhaltige chemische Verbindungen besitzen, die aus Aminosäuren gebildet werden, welche wiederum für den typischen Geruch bzw. die typische Schärfe des Meerrettich verantwortlich sind.

Insgesamt sind heute mehr als 150 verschiedene Arten bekannt und alle Isothiocyanate verfügen auch über verschiedene Eigenschaften, manche verfügen zum Beispiel über Stärke und manche über schwächere krebshemmende Eigenschaften. Ein Isothiocyanat namens Sulforaphan aber ist für seine besonders krebshemmende Wirkung unter Forschern bekannt.

Obwohl bereits im Jahre 1959 zum ersten Mal dieser Stoff von einer Pfeilkresse isoliert wurde, führen Sulfroaphan bzw. Kohlsorten in der breiten Öffentlichkeit zumindest in Deutschland kaum eine Rolle. Sulforaphan ist ein starkes Antioxidant, welches In Brokkoli erst von Dr. Paul Talalay an der John Hopkins Universität im Jahre 1992 isoliert und genau beschrieben wurde und beherbergt von allen Kohlsorten die größte Menge dieses Stoffes. Brokkolisprossen verfügen allerdings nochmals um einen bis zu 100-fach höheren Gehalt. Man geht auch davon aus, dass Samen viel oder genau so viel Sulfroaphan enthalten, hat dies aber noch nicht final wissenschaftlich bestätigt.

Sulforaphan eine starke Waffe gegen Krankheiten!

  • Entgiftung des Körpers wird voran getrieben
  • Reduzierung von Brusttumoren bei Ratten
  • Programmierter Zelltot (Apotose) wird in Gang gesetzt
  • Gegen Lungenkrebs in Tierversuchen bereits erprobt
  • Selbstzerstörung von krankhaften Blutzellen und somit gegen Leukämie
  • Selbstzerstörung von Melanomen krankhaften Hautzellen
  • Beobachtung von Ernährungsstudien, welche Verringerung des Prostatakrebs in Verbindung mit Brokkoli beobachten
  • Greifen Tumorstammzellen an, welche sogar in der Regel Chemotherapien überleben
  • Reduzierung des erblich bedingten Dickdarmkrebsrisikos
  • Steht im Verdacht, Alzheimerkrankheit entgegenzuwirken
  • und gegen vieles mehr…

Dabei entfernt Sulforaphan nicht nur als Antioxidant gefährliche Substanzen aus unseren Körper, sondern greift auch direkt die Krebszelle an. Dabei zerstört Sulforaphan die Mikrotubuli der Krebszelle, welche röhrenförmige Filamente aus Proteinen sind, die zusammen mit den Intermediärfilamenten und den Aktinfilamenten das Cytoskelett eukaryotischer Zellen bilden, welche für die Zellteilung zuständig sind. Bedeutet im Klartext: keine Zellteilung der Krebszelle – keine Ausbreitung und somit Tod der Krebszelle.

Brokkoli verfügt über noch viele weitere krebshemmende Nährstoffe, die im Laufe der Zeit nachgewiesen wurden. Polyphenol Quercetin greift wie das Sulforaphan Tumorstammzellen im Körper an. Schauen wir uns in der Gemüse, Obst und Hülsenfruchtlandschaft etwas um, so können wir überall krebshemmende Stoffe erkennen. In Tomaten stecken Lycopen, das Gewürz Kurkuma enthält Cucumin oder Quercetin im Olivenöl.

Kann ich Sulforaphan über die Nahrung aufnehmen?

Sulforaphan und andere Wirkstoffe können in normalen Dosen über die Nahrung aufgenommen werden. Sulforaphan wird aber erst durch den Kauprozess freigesetzt, also wenn die Zellwände des Brokkolis zerstört werden. Achtet bei der Zubereitung darauf, Brokkoli möglichst roh zu essen und nicht zu erhitzen. Brokkoli sollte maximal gedämpft oder ganz leicht erwärmt werde. Wer hat in seinem Leben schon einmal rohen Brokkoli gegessen? *Hand hoch* ^^! Um nach Möglichkeit, die vollen Nährstoffe abzubekommen, ist es effektiver, Brokkolisamen in Verbindung mit Brokkolisprossen roh wie unser tierischer Freund im Bild unten zu essen.

Aaaaaaber! Bitte versteift euch nicht jetzt auf diesen oder jenen einen Mikronährstoff und erwartet keine Wunder in kurzfristiger Zeit, sondern achtet auf eine langfristige gesunde ausgewogene Ernährung! Auch andere Kohlsorten, Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Gewürze bzw. auch andere Isothiocyanate verfügen über positive Eigenschaften. Auch können bestimmte Mikronährstoffe in Verbindung mit anderen Nährstoffen  positive Effekte auslösen.